Abschalten – Loslassen – Entspannen

Warum Sie trotz eisernem Willen nicht abschalten können

Vom Alltagstrott abschalten, loslassen und entspannen ist gar nicht so einfach. Dafür gibt es einen entscheidenden Grund, den gerade ehrgeizige Menschen verdrängen.

Auf Knopfdruck funktioniert es nicht.

Gehören Sie zu den Menschen die viel Ausdauer mitbringen, wenn es z.B. darum geht mit einer technischen Spielerei umgehen zu können. Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Gerät, der Technik, bitten andere Leute um Rat, lesen sogar das Handbuch und tüfteln so lange, bis Sie es tadellos bedienen können?

Geht es aber um Ihre Persönlichkeit, dann ändern Sie Ihre Strategie?

Einmal ausprobiert und dann muss es perfekt sein. Ist es das nicht, dann ist die Methode nutzlos, die Theorie falsch oder gar die Person die es vermittelt hat.

Das kann nicht funktionieren!

Wie soll es auch?

Nehmen wir mal an Sie wollten lernen, wie Sie den Kopf zu entspannen, damit Sie sich besser konzentrieren können.

Dann haben Sie wahrscheinlich Schwierigkeiten den Alltagstrott loszulassen.

Bis Sie sich dazu entschieden haben etwas dagegen zu tun sind sicher auch ein paar Monate oder sogar Jahre ins Land gegangen. Ich bezweifle, dass Sie morgens aufstehen und denken: „Oh was mache ich denn heute? – Ich lerne mal eine Entspannungstechnik.“

Bei vielen Menschen, denen ich bisher begegnet bin, hat sich ein großer Leidensdruck aufgebaut. Sie hatten eine feste Routine entwickelt  und teilweise sogar verlernt, wie es sich anfühlt entspannt zu sein.

Das ist logisch, denn wenn Sie eine Fähigkeit lange nicht nutzen, dann „verkümmert“ diese.

Von Natur aus ist jeder Mensch fähig zu entspannen. Unser System ist so angelegt.

Entspannen lernen funktioniert wie das Erlernen anderer Fertigkeiten

Sie können es z.B. vergleichen mit dem Schwimmen, Autofahren oder Klavierspielen.
Was Sie dazu brauchen?

  1. regelmäßige Übung
  2. Konzentration und
  3. Engagement

Dies bedeutet, dass Sie sich Zeit nehmen müssen, Zeit für sich selbst.

Zeit in der Sie

  • die Technik wiederholen,
  • die im Handbuch gekennzeichneten technischen Vorraussetzungen beachten und
  • schließlich ausprobieren und prüfen wie Sie die Technik für sich optimal einsetzen.

Je stärker Ihr Wille ist, desto weniger wird es funktionieren

Konzentration und regelmäßiges Üben sind für den Erfolg wichtig. Das wissen Sie. Sich entspannen können erfordert mehr, nämlich:

  • sich fallen und loslassen lassen können
  • sich Zeit für sich selbst nehmen können
  • geduldig mit sich zu sein, wenn es einmal nicht gut klappt

Der entscheidende Erfolgsfaktor ist Ihre Einstellung.

Kennen Sie das?

Gerade dann, wenn Sie unbedingt einschlafen wollen, gelingt es Ihnen nicht. Erst dann, wenn Sie Ihrem Willen, unbedingt schlafen zu müssen, aufgeben und auch den Frust über zu wenig Schlaf loslassen, dann können Sie schlafen.

Oder denken Sie daran, wie es ist, wenn Sie nach einem krampfhaft nach einem bestimmten Wort suchen. Dieses fällt Ihnen erst dann ein, wenn Sie nicht mehr darüber nachdenken.

Ebenso funktioniert es mit der Entspannung.

So sehr Sie auch wollen, wird es dennoch nicht funktionieren.

Besonders ehrgeizige Menschen oder solche die glauben, dass mit ihrem Willen alles erreichen könnten, sind zu Beginn wenig erfolgreich.

Anspannung und Verkrampfung  können Sie nicht mit dem Willen lösen, denn allein durch den Willen spannen Sie bereits an.

Abschalten beginnt mit loslassen

Wenn es Ihr Ziel ist, den gewohnten Alltagstrott zu verlassen und einfach mal abzuschalten, dann beginnt alles damit das Bisherige loszulassen.

Sich wahrzunehmen und zu entspannen setzt voraus, dass Sie den Willen alles zu steuern, aktiv beeinflussen oder managen zu wollen, aufgeben. Für diesen einen Moment!

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen eine Beobachterrolle ein.
Diese Rolle ist eher passiv und neugierig. Sie nehmen bewusst wahr was geschieht, wie sich sich fühlen und geben sich der Situation hin. Sie sind achtsam im Hier und Jetzt.

Da Sie routiniert in Ihren Abläufen sind und feste Muster entwickelt haben, wird das zu Beginn ungewohnt und unbequem sein. Sie werden z.B. Verspannungen und innere Unruhe deutlicher spüren. Die sind nicht auf einmal da, sie waren die ganze Zeit da. Im Alltag haben Sie diese nur nicht mehr wahrgenommen.

Ich verspreche Ihnen, dass es leichter wird.
Mit jedem Mal wird es besser klappen. Wie es auch mit dem Sprechen einer anderen Sprache immer besser klappt. Werfen Sie die Flinte nicht gleich ins Korn. Bleiben Sie am Ball.

 

4 Tipps wie Sie am Ball bleiben

Zeitdruck und Stress  sind zweifelsohne Stolpersteine, die Sie daran hindern Ihr Training regelmäßig durchzuführen.

1. Machen Sie sich bewusst, wie gut Ihnen das Üben getan hat.

Sie fühlen sich z.B. frisch, sind ruhig, können besser schlafen, haben einen klaren
Kopf oder können Entscheidungen treffen. Konzentrieren Sie sich nur auf diese Vorteile.

2. Konzentrieren Sie sich auf das Warum

Warum wollen Sie die Technik erlernen?
Was ist ihr Ziel? Was soll sich verändern?
Das wird Sie motivieren sich Zeit zu nehmen.

3. Setzen Sie sich Ihre Zeitfenster

Tragen Sie diese als festen Termin in Ihren Kalender ein.
Bleiben Sie konsequent mit sich.
Gerade die Termine mit sich selbst, werden oft schnell abgesagt. Bleiben Sie am Ball: „Das gönne ich mir oder das bin ich mir wert“ könnten motivierende Aussagen sein, mit denen Sie sich disziplinieren.

4. Bleiben Sie geduldig mit sich

Wenn es Ihnen einmal nicht so recht gelingen will, die richtigen Gedanken zu fassen oder sich zu entspannen, dann bleiben Sie gelassen anstatt sich zu ärgern. Versuchen Sie es einfach ein anderes Mal wieder. Genießen Sie das was Sie bis dahin erreicht haben.

Fazit

Gehen Sie mit sich selbst ebenso so sorgsam um, wie beim Erlernen anderer Techniken. Bleiben Sie am Ball. Wiederholen Sie regelmäßig das, was Sie entwickeln wollen. Beobachten Sie, fühlen Sie, hinterfragen Sie…
Schließlich haben Sie Ihre bisherige Routine auch lange Zeit eingeübt. Weshalb sollte die Veränderung nun auf Knopfdruck möglich sein?

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

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