Gewinnoptimierung Und Mitarbeiterorientierung

Zur Diskussion: Gewinnoptimierung oder Mitarbeiterorientierung?

Beitragsserien: Betriebliches Gesundheitsmanagement

–  Führungskräfte aus Gastronomie und Hotellerie stellten sich der Verantwortung

Im Juni stellten sich 25 Führungskräfte aus der Hotellerie und Gastronomie im Hotel Esser in Wegberg der Frage: Begeisterte Gäste, maximaler Gewinn und gleichzeitig zufriedene Mitarbeiter.  Zufall oder  unmöglich? 

FBMA WegbergDas erste Regionalmeeting 2014 der FBMA-Region West fokussierte die gestiegenen Anforderungen der Arbeitswelt und gleichzeitige Lösungsstrategien der Management- und Führungsebene.

Der Workshop zeigte den Teilnehmern auf, wie die aufeinander aufbauenden Optimierungen nicht nur zu einer messbaren Reduzierung von Overhead-Kosten führen, sondern vor allem einen strategischen Wettbewerbsvorteil sichern. Dargestellt wurden mögliche Ansätze und Maßnahmen für eine Unternehmenskultur, in der engagierte und produktive Mitarbeiter, effiziente Arbeitsabläufe sowie leistungsfähige Führungspersönlichkeiten die Kunden begeistern.

 

Unternehmen investieren jährlich mehr als 100 Mrd. Euro für Krankheitskosten durch hohe Fehlzeiten

Diskutiert wurde der Kampf  mit dem Demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Herausforderungen in der Mitarbeiterbindung und den steigenden psychosoziale Belastungen. Grundlegend waren sich die Führungskräfte einig: Zufriedene und leistungsfähige Mitarbeiter sind die wesentliche Ressource eines erfolgreichen Unternehmens. Die Strategie und Produkte des Unternehmens müssen zweifelsohne die Nachfrage stillen. Die Herausforderung: Was nützt das Bemühen, wenn niemand den Vertrieb, das Marketing und Prozesse effizient abwickelt?

 

Wohlbefinden und persönliche Bedürfnisse gehören weder in den Kuschelverein noch in die Wellnessoase

 

Nicht selten stehen Befürchtungen im Raum, dass Begehrlichkeiten bei den Mitarbeitern geweckt werden. Taucht das Wort Wohlbefinden in Meetings auf, steigt die Sorge darüber, dass das Unternehmen zur Welnessoase wird.
Die Auswirkungen der Zufriedenheit auf die Produktivität und das Engagement der Mitarbeiter, stellt das GALLUP Institut jedes Jahr detaillier dar.
Hier wird deutlich, dass niedrige Fehlzeiten noch lange kein Indikator für ein starkes Unternehmen sind. Die Kosten für geringe Produktivität liegen viel höher.

Die Ergebnisse des Stressreportes 2012 und die im Oktober 2013 zur Pflicht gewordene psychische Gefährdungsbeurteilung bestätigen den dringende Handlungsbedarf in Bezug auf psychisches Risikomanagement.

„Der Fisch stinkt zuerst vom Kopf“ – Führungsverhalten und Produktivität 

FBMAWas auf den ersten Blick provokant klingt hat einen ernsten Hintergrund. Das Führungsverhalten beeinflusst das Engagement und die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Ein zentraler Aspekt des Workshops war deshalb die Rolle der Führungskraft. Ob sich ein Mitarbeiter wohlfühlt und gern zu Arbeit kommt ist von den Umgebungsbedingungen abhängig. Führungskräfte sind eine solche Umgebungsbedingungen.

Dabei gehen die aktuellen Anforderungen auch an den Führungskräften nicht spurlos vorbei. Unter Stress und Druck verändert sich oft das Führungsverhalten. Der Vorgesetzte kann zum direkten Stressor werden oder für eine Kultur sorgen, in der Mitarbeiter sich einbringen und engagieren.

Die Anwesenden FBMA-Mitglieder der Region West haben interaktiv ihre Erfahrungen als Führungskraft eingebracht. Die eigene Rolle zum Diskussionspunkt. Dabei kamen auch die Einflüsse ihrer Vorgesetzten zur Sprache. Führen in der Sandwichposition stellt besondere Herausforderungen bereit. Den Forderungen und Druck von oben und unten müssen begegnet werden. Dabei wurde klar, dass die Erwartungen dieser Führungskräfte die selben sind, wie die ihrer Mitarbeiter.
Das Ergebnis: Zukunftsorientierte Führung ist Führung durch Menschlichkeit und Wertschätzung.

Außen hui – innen Pfui

Das beste Marketing für ein Unternehmen sind die Mitarbeiter. Das erfordert radikales Umdenken.
„Frag nicht was deine Mitarbeiter für dein Unternehmen tun können, sondern was dein Unternehmen für deine Mitarbeiter tun kann.“ 

Die Teilnehmer des Workshops bestätigten: Der Zusammenhang zwischen Kundenverhalten, Gesundheit und Zufriedenheit der Belegschaft zeigt sich sich besonders stark im Dienstleistungssektor.
Ist der Mitarbeiter unzufrieden spüren es unmittelbar die Kunden.

 

Was heißt das in der Praxis?

Der Gast geht mit einem unguten Gefühl. Wird er oder Sie wieder kommen? Vielleicht. Wird der Gast Sie weiterempfehlen? Schwierig. Kunden halten mit ihren Erfahrungen nicht hinterm Berg. Empfehlungen über Portale oder persönlich sind heute ein starker Maßstab. Ob schlechte Bewertungen als Arbeitgeber oder mittelmäßige Bewertungen im Punkt Kundenservice, Kunden machen es transparent.

Würden Sie ein Restaurant mit negativer Kritik besuchen?

Ein weiterer Aspekt: Die Belegschaft fühlt sich nicht wohl in der Arbeitsatmosphäre weiß aber, dass dringend Mitarbeiter gesucht werden.
Wird der einzelne Mitarbeiter das Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfehlen?

Bewerben Sie sich bei einem Arbeitgeber mit schlechten Bewertungen?

Die Notwendigkeit für eine wertschätzende Unternehmenskultur und die Etablierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements wird auch hier deutlich. Wenn ein Unternehmen zeigt, dass  die eigenen Mitarbeiter eine wertvolle Ressource sind, dann punktet es immer auch beim Image gegenüber seinen Kunden. Gleichzeitig positioniert es sich als attraktiver Arbeitgeber.

 

Zielorientiert statt Gießkannenprinzip



Betriebliches Gesundheitsmanagement ist kein Selbstzweck.
Massagen, Obstkorb und ein bisschen Rückenschule werden nicht unbedingt das gewünschte Resultat bringen. Damit Unternehmen den nachweislichen Return on Invest spüren, sollten Angebote bedarfsorientiert etabliert werden. Jede einzelne Maßnahme muss auf die individuellen Belange des Unternehmens zugeschnitten sein. Nur so können die vorhandenen Ressourcen ihren optimalen Beitrag zum Betriebsergebnis leisten.

 

Für den zukünftigen Erfolg eines Unternehmens braucht es das perfekte Zusammenspiel von Management, Führungskräften und Mitarbeitern, basierend auf Motivation, Wertschätzung, Sinnhaftigkeit und Wohlbefinden. Dazu müssen Führungskräfte verstehen, dass Prävention und Gesundheit in Ihrer Verantwortung liegen.

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