Nerven Wie Drahtseile - Resilienzfaktoren

Nerven wie Drahtseile: 7 Faktoren für innere Stärke

Beitragsserien: Resilienz

Ist Ihnen aufgefallen, dass einige Menschen leichter mit Herausforderungen umgehen als andere?

Krisen und Probleme werfen diese Menschen nicht direkt aus der Bahn.

Wie kann das sein? Was unterscheidet diese Menschen von anderen?

Diese Fähigkeit wird als Resilienz bezeichnet und zeichnet sich durch sieben Resilienzfaktoren aus.

Der Begriff „Resilienz“ stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und beschreibt die Fähigkeit des Materials, nach Druck- und Zugeinwirkung wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren.

Psychologisch wird damit die Fähigkeit bezeichnet, sich trotz widriger Umstände, trotz Niederlagen, Herausforderungen und Krankheiten immer wieder zu fangen und neu aufzurichten.
Ich übersetze Resilienz oft mit innerer Stärke oder auch Nerven wie Drahtseile.

Der Erfolg kommt nicht über Nacht.

Innere Stärke zu entwickeln ist ein Prozess. Dieser setzt voraus, dass Sie sich stetig mit sich selbst auseinandersetzen und bereit sind, Ihr Verhalten und Denken bewusst zu hinterfragen. Dadurch erkennen Sie Stolperfallen und Ihre Lösungsansätze.

Die persönliche Resilienz zu trainieren hat das Ziel, sich mit seiner Persönlichkeit und seinem Umfeld bewusst auseinanderzusetzen. Dadurch nutzen Sie gezielt Ihre Stärken und erweitern Ihre Fähigkeiten.

Resilienzfaktoren – Was sagt die Wissenschaft?

Selbst wenn das Thema Resilienz gerade überall zu lesen ist, jedenfalls erlebe ich das so, ist das Thema keinesfalls neu. Schon in meiner Studienzeit stand der Resilienzbegriff und die Forschungen dazu, Mittelpunkt im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung.

Der psychologische Resilienzbegriff wird von der Psychotherapeutin Rosemarie Welter – Enderlin mit „biegen statt brechen“ umschrieben. In den meisten Fällen wird der Resilienzbegriff mit „psychische Widerstandskraft, Belastungsfähigkeit oder Flexibilität“ übersetzt.

In der (Heil-)Pädagogik und Kinder-/ Jugendpsychologie wird Resilienz schon länger fokussiert. Emmy E. Werner, Entwicklungspsychologin, untersuchte ca. 700 Kinder über 40 Jahre in ihrer Kauai – Längsschnittstudie. Sie stellte fest, dass Kinder, welche unter widrigen Bedingungen aufwuchsen und dennoch einen gesunden und starken Lebensweg einschlugen, über die selben Persönlichkeitseigenschaften verfügten.

Welche Resilienzfaktoren stecken dahinter?

Resilienz entwickelt sich erst aus einer Kombination verschiedener Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen. Dabei haben sich in der Forschung  von Emmy Werner 7 Resilienzfaktoren herauskristallisiert:

  1. Optimismus, weil Sie zuversichtlich sind und darauf vertrauen, dass es gut werden wird.
  2. Akzeptanz, denn Herausforderungen gehören dazu und nicht alles können Sie beeinflussen. “Es ist wie es ist.”
  3. Orientierung auf die Lösung, denn jede Herausforderung bietet eine Chance. Sie nutzen aktiv die gebotenen Möglichkeiten.
  4. Selbstwirksamkeit: Sie verlassen die Opferrolle und vertrauen auf Ihr Können.  Durch Ihr Handeln können Sie die Situation gestalten.
  5. Verantwortung übernehmen, für das eigene Handeln und die Entscheidungen. Tragen Sie die Konsequenzen anstatt nach Schuldigen zu suchen.
  6. Netzwerke aufbauen und nutzen, denn gute Beziehungen geben Rückhalt und Unterstützung annehmen ist keine Schwäche.
  7. Zukunft planen und gestalten, damit Ihre Zukunft kein Zufall ist.

Resilienz die Superkraft?

Ich muss Sie enttäuschen: Sie werden nicht zum Superhelden.

Doch Herausforderungen, Krisen oder Rückschläge überwinden Sie leichter und bleiben leistungsfähig. Oft wird das Bild des Stehaufmännchens damit verbunden.

In dem Sie Ihre persönliche Resilienz trainieren setzen Sie sich bewusst mit Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Umfeld auseinander. Dabei aktivieren Sie gezielt die eigenen Stärken und erweitern Ihre Fähigkeiten.

Resilient werden Sie nicht auf Knopfdruck: Resilienztraining ist ein Prozess, es ist Persönlichkeitsentwicklung.

Resilienz ist nicht statisch: Ob Sie resilient sind oder nicht, dass zeigt sich nicht trotz Belastungen oder krisenhaften Ereignissen, sondern erst wegen dieser Faktoren.

Nerven wie Drahtseile entwickeln: Resilienzfaktoren trainieren

Resilienz entwickelt sich, wenn Sie es zulassen.

Nicht alles, was Ihre Resilienz schwächt, kann von Ihnen kontrolliert oder rückgängig gemacht werden.

Dennoch können Ihre Denkprozesse den Einfluss solcher Ereignisse entscheidend mindern. Ihr Denken, Ihre Einstellung ist die wichtigste Ressource. Diese  ermöglicht es Ihnen, sich darauf zu konzentrieren, was Sie tatsächlich beeinflussen können.

Der Schlüssel der Resilienz liegt zum großen Teil in der Fähigkeit, die Inhalte Ihrer Gedanken und Überzeugungen zu erkennen. Sie lernen genauer und flexibler zu denken. Dadurch ist es möglich Ihre Emotionen und Ihr Verhalten effektiv zu steuern, um negative Folgen zu vermeiden.

Diese innere Stärke können Sie gezielt entwickeln und stärken.

Was bedeutet Resilienz für Ihren Alltag?

  1. Sie behalten das Wesentliche im Blick und lassen sich in belastenden Situationen nicht von den eigenen Gefühlen überwältigen.
  2. Indem Sie bewusster mit sich umgehen und besser für sich sorgen, bleiben Sie leistungsfähig und gesund. Gleichzeitig wirkt sich das positiv auf ihre Produktivität aus.
  3. Sie sind ausgeglichen und gelassener, was sich wiederum positiv auf Ihr Privatleben und auch auf den Umgang mit Kollegen, Mitarbeitern, Kunden oder Geschäftspartnern auswirkt.
  4. Anstatt sich im Problemkreislauf zu verzetteln, entwicklen Sie leichter ganzheitliche und kreative Lösungen.
  5. Mit Ablehnung oder Kritik gehen Sie gelassener um.
  6. Sie bewältigen souverän unterschiedliche Anforderungen und übernehmen bewusst Verantwortung für sich und Ihre Entscheidungen.
  7. Ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen nehmen Sie ernst und können gleichzeitig, emphatisch auf die Bedürfnisse von anderen eingehen.
  8. Sie reagieren flexibel auf Veränderungen reagieren und können daran persönlich wachsen.
  9. Resilienz im Unternehmen hat einen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit von Teams.

FAZIT:

Resilienz ist eine wichtige Eigenschaft, um trotz Höhen und Tiefen gesund und leistungsfähig zu bleiben. Sie entwickelt sich nicht über Nacht, sondern erfordert einen achtsamen Umgang mit sich und seiner Umwelt.

Durch diese innere Stärke halten Sie das Steuer fest und der Hand und lassen sich nicht so leicht aus der Bahn werfen. Sie agieren bewusst, anstatt nur auf die Umstände zu reagieren. Dadurch können Sie gelassen Ihre Ziele verfolgen.

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