Was Ist Resilienz

Was ist Resilienz?

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Resilienz ist zum Hype geworden. Oft entsteht der Eindruck, dass Resilienz eine Superkraft ist. Schnell mal eben ein Resilienztraining mitmachen und schon bin ich vor Belastungen geschützt.

Oder noch besser:

“Wir schicken mal unsere Mitarbeiter in ein Resilienztraining und dann sind sie noch produktiver, leistungsfähiger und arbeiten schneller.”

… weit gefehlt…

 

Was ist Resilienz?

Der Begriff „Resilienz“ stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und beschreibt dort die Fähigkeit des Materials, nach Druck- und Zugeinwirkung wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren.
Der psychologische Resilienzbegriff wird von der Psychotherapeutin Rosemarie Welter- Enderlin mit „biegen statt brechen“ umschrieben.

In den meisten Fällen wird der Resilienzbegriff mit „psychische Widerstandskraft, Belastungsfähigkeit oder Flexibilität“ übersetzt.

Resilienz – resilire (lat.)= zurückspringen, abprallen

Resilienz umschreibt die “Fähigkeit” eines Menschen, sich trotz widriger Umstände, trotz Niederlagen, Krisen, Rückschlägen und Krankheiten immer wieder zu fangen und neu aufzurichten.

Resilienz ist das Endprodukt eines Prozesses, der Stress und Risiken nicht eliminiert, der es den Menschen aber ermöglicht, damit effektiv umzugehen.
Emmy Werner Psychologie Heute 09/05

 

Was zeichnet resiliente Menschen aus?

Resiliente Menschen sind in der Lage sich aus eigener Kraft aus einer Krise zu lösen. Herausforderungen erleben Sie nicht als unüberwindbare Hürden, sondern als Möglichkeiten. Sie erkunden die Hintergründe und suchen gezielt nach Lösungsmöglichkeiten.

  • Sie haben ein realistisches Bild ihrer Fähigkeiten
  • Sie glauben an ihre eigenen Kompetenz, trauen sich etwas zu
  • Sie können eine Langzeitperspektive einnehmen
  • Sie entwickeln und verfolgen realistische Ziele
  • Sie können für sich selbst sorgen durch Rückzug, Innehalten, Auftanken

 

Resilienz die Superkraft?Resilienztraining_CHORUS Solutions

Sie werden nicht zum Superhelden.

Doch Herausforderungen, Krisen oder Rückschläge überwinden Sie leichter und bleiben leistungsfähig. Oft wird das Bild des Stehaufmännchens damit verbunden.

Resilienzfaktoren

Resilienz ergibt sich erst aus der Kombination verschiedener Eigenschaften und Fähigkeiten.

Bei resilienten Menschen wurden 7 grundlegende Eigenschaften und Fähigkeiten festgestellt. Die sogenannten Säulen der Resilienz oder auch Resilienzfaktoren. Resilienzfaktoren

  1. Optimismus, weil Sie zuversichtlich sind und darauf vertrauen, dass es gut werden wird.
  2. Akzeptanz, denn Herausforderungen gehören dazu und nicht alles können Sie beeinflussen. “Es ist wie es ist.”
  3. Orientierung auf die Lösung, denn jede Herausforderung bietet eine Chance. Sie nutzen aktiv die gebotenen Möglichkeiten.
  4. Selbstwirksamkeit: Sie verlassen die Opferrolle und vertrauen auf Ihr Können.  Durch Ihr Handeln können Sie die Situation gestalten.
  5. Verantwortung übernehmen, für das eigene Handeln und die Entscheidungen. Tragen Sie die Konsequenzen anstatt nach Schuldigen zu suchen.
  6. Netzwerke aufbauen und nutzen, denn gute Beziehungen geben Rückhalt und Unterstützung annehmen ist keine Schwäche.
  7. Zukunft planen und gestalten, damit Ihre Zukunft kein Zufall ist.

 

Resilienz trainieren

Resilienz entwickelt sich, wenn Sie es zulassen.

Nicht alles, was Ihre Resilienz schwächt, kann von Ihnen kontrolliert oder rückgängig gemacht werden.

Dennoch können Ihre Denkprozesse den Einfluss solcher Ereignisse entscheidend mindern. Ihr Denken, Ihre Einstellung ist die wichtigste Ressource, die es Ihnen ermöglicht besser zu erkennen und sich darauf zu konzentrieren, was Sie tatsächlich beeinflussen können.

Der Schlüssel der Resilienz liegt zum großen Teil in der Fähigkeit, die Inhalte Ihrer Gedanken und Überzeugungen zu erkennen. Sie lernen genauer und flexibler zu denken. Dadurch ist es möglich Ihre Emotionen und Ihr Verhalten effektiv zu steuern.

Diese Fähigkeit kann entwickelt und gestärkt werden.
Resilienz ist die Möglichkeit trotz vorhandener Risikofaktoren und protektiver Faktoren, negative Auswirkungen zu vermeiden oder die „Normalität“ nach Rückschlägen wieder herzustellen (Staudinger/ Greve 2007, S.116).

Dies ist ein Prozess. Der Erfolg kommt nicht über Nacht. Dieser Prozess setzt voraus, dass Sie sich mit sich selbst auseinandersetzen und bereit sind Ihr bisheriges  Verhalten bewusst zu hinterfragen. Dadurch erkennen Sie Stolperfallen und Ihre Ansatzpunkte.

Die persönliche Resilienz zu trainieren hat das Ziel, sich mit seiner Persönlichkeit und seinem Umfeld bewusst auseinanderzusetzen. Dabei werden die eigenen Stärken gezielt aktiviert und Fähigkeiten erweitert.

Resilienztraining ist Prävention

Erinnern Sie sich an die Definition vom Anfang des Artikels. Resilienz heißt unbeschadet zurück  in den Ausgangszustand zu kommen.
Jetzt stellen Sie sich vor, jemand ist schon lange im chronischen Stress oder steht unter starken Belastungen. Für diese Person ist “Belastung und Erschöpfung” gerade Normalität.

Wo ist dann der Ausgangszustand dieser Person?

Je stärker die Belastung und eventuell schon damit verbundene Folgen sind, desto wichtiger ist es, aus meiner Sicht, im ersten Schritt ein Gleichgewicht herzustellen.
Allein auch deshalb, weil unter Druck und Stressbelastung die Reflexion der eigenen Verhaltensweisen schwer möglich ist. Die Person benötigt erst einmal Kraftreserven, um den Zugang zu den eigenen Ressourcen wieder möglich zu machen.

Im nächsten Schritt, so hat es sich gezeigt, ist es dann sinnvoll das Resilienztraining anzugehen. So kann vermieden werden, dass zukünftige Belastungen Folgen für die eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit haben.

 

Resilienz ist keine statische Fähigkeit

Sie sind nicht einfach so resilient. Ob Sie resilient sind oder nicht, dass zeigt sich nicht trotz Belastungen oder krisenhaften Ereignissen, sondern erst wegen dieser.

Resilienz als ein dynamischen Prozess, welcher durch die wechselseitige Beeinflussung von Schutz- und Risikofaktoren bedingt wird. Resilienz wird mehr als eine kontextgebundene Fähigkeit gesehen. Das heißt der Mensch erholt sich von negativen Erfahrungen und entwickelt sich trotz schwieriger
(Lebens-)umstände positiv.

Resilient werden Sie nicht auf Knopfdruck. Auch werden Sie mit dieser inneren Stärke nicht von Stress, Herausforderungen oder Krisen geschützt sein. Sie werden jedoch lernen mit diesen Ereignissen souverän umzugehen.

 

Bedeutung von Resilienz für Alltag und Berufsleben

  1. Sie hilft Ihnen dabei, das Wesentliche im Blick zu behalten und sich in belastenden Situationen nicht von den eigenen Gefühlen überwältigen zu lassen.
  2. Sie hat positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit und Produktivität. Das wirkt sich positiv auf Ihr Privatleben und auch auf den Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten, Kunden und Geschäftspartnern aus.
  3. Sie erleichtert es Ihnen, ganzheitliche und kreative Lösungen zu finden, anstatt in dem Problemkreislauf  zu verharren.
  4. Durch persönliche Resilienz gelingt es mit Ablehnung, Kritik und negativen äußeren Einflüssen gelassener umzugehen.
  5. Sie stärkt die Fähigkeit mit unterschiedlichen Anforderungen souverän zu bewältigen und in verschiedenen Bereichen Verantwortung zu übernehmen.
  6. Durch die innere Stärke nehmen Sie eigene Bedürfnisse ernst und können dadurch, besser auf die Bedürfnisse von anderen  eingehen.
  7. Resilienz im Unternehmen hat einen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit von Teams.
  8. Sie erleichtert es Ihnen, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und daran persönlich zu wachsen.

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