Was Ist Resilienz

Herausforderungen souverän meistern: Was ist Resilienz?

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Resilienz ist zum Hype geworden. Oft entsteht der Eindruck, dass Resilienz eine Superkraft ist. Schnell mal eben ein Resilienztraining mitmachen und schon bin ich vor Belastungen geschützt.

Oder noch besser:

“Wir schicken mal unsere Mitarbeiter in ein Resilienztraining und dann sind sie noch produktiver, leistungsfähiger und arbeiten schneller.”

… weit gefehlt…

Was bedeutet Resilienz für den Alltag?

Das Thema Resilienz ist durch die wachsenden Anforderungen für die Lebens- und Arbeitswelt immer bedeutsamer. Die täglichen Anforderungen werden komplexer und sind für viele Menschen belastend. Die psychischen Erkrankungen nehmen zu.

Daher wird es für den Einzelnen immer wichtiger seine Ressourcen zu aktivieren, um stark und widerstandsfähig gegen die bestehenden Herausforderungen reagieren zu können und dabei gesund zu bleiben.

Dennoch gibt es nicht DEN resilienten Menschen. 

Es sind persönliche Eigenschaften und Umstände, welche die Widerstandskraft eines Menschen stärken. Grundlegend verfügt jeder Mensch über diese Fähigkeiten. Es geht darum diese Fähigkeiten bewusst einzusetzen und gezielt zu stärken. Und das auch noch im Erwachsenenalter.

Was ist Resilienz?

Der Begriff „Resilienz“ stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und beschreibt dort die Fähigkeit des Materials, nach Druck- und Zugeinwirkung wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren.

Der psychologische Resilienzbegriff wird von der Psychotherapeutin Rosemarie Welter- Enderlin mit „biegen statt brechen“ umschrieben. In den meisten Fällen wird der Begriff mit „psychische Widerstandskraft, Belastungsfähigkeit oder Flexibilität“ übersetzt.

Resilienz – resilire (lat.)= zurückspringen, abprallen

Resilienz umschreibt die “Fähigkeit” eines Menschen, sich trotz widriger Umstände, trotz Niederlagen, Krisen, Rückschlägen und Krankheiten immer wieder zu fangen und neu aufzurichten.

Resilienz ist das Endprodukt eines Prozesses, der Stress und Risiken nicht eliminiert, der es den Menschen aber ermöglicht, damit effektiv umzugehen.

Emmy Werner Psychologie Heute 09/05

Resilienz ist keine statische Fähigkeit

Sie sind nicht einfach so resilient. Ob Sie resilient sind oder nicht, dass zeigt sich nicht trotz Belastungen oder krisenhaften Ereignissen, sondern erst wegen dieser.

Resilienz als ein dynamischen Prozess, welcher durch die wechselseitige Beeinflussung von Schutz- und Risikofaktoren bedingt wird. Resilienz wird mehr als eine kontextgebundene Fähigkeit gesehen. Das heißt der Mensch erholt sich von negativen Erfahrungen und entwickelt sich trotz schwieriger (Lebens-)Umstände positiv.

Resilient werden Sie nicht auf Knopfdruck.

Auch werden Sie mit dieser inneren Stärke nicht von Stress, Herausforderungen oder Krisen geschützt sein. Sie werden jedoch lernen mit diesen Ereignissen souverän umzugehen.

Was unterscheidet resiliente Menschen von anderen?

Resiliente Menschen sind nicht die besseren Menschen. Sie sind in der Lage sich aus eigener Kraft aus einer Krise zu lösen.

Herausforderungen erleben Sie nicht als unüberwindbare Hürden, sondern als Möglichkeiten. Sie erkunden die Hintergründe und suchen gezielt nach Lösungsmöglichkeiten.

Resiliente Menschen

  • haben ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten
  • glauben an ihre eigenen Kompetenz, trauen sich etwas zu
  • können eine Langzeitperspektive einnehmen
  • entwickeln und verfolgen realistische Ziele
  • können für sich selbst sorgen durch Rückzug, Innehalten, Auftanken

Welche Resilienzfaktoren stecken dahinter?

Resilienz entwickelt sich aus einer Kombination verschiedener Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen. Dabei haben sich in der Forschung  von Emmy Werner 7 Resilienzfaktoren herauskristallisiert:

  1. Optimismus
  2. Akzeptanz
  3. Lösungsorientierung
  4. Opferrolle verlassen
  5. Verantwortung übernehmen
  6. Netzwerkorientierung
  7. Zukunftsplanung

Resilienztraining sinnvoll angehen

Erinnern Sie sich an die Definition vom Anfang des Artikels. Resilienz heißt unbeschadet zurück  in den Ausgangszustand zu kommen.

Jetzt stellen Sie sich vor, jemand ist schon lange im chronischen Stress oder steht unter starken Belastungen. Für diese Person ist “Belastung und Erschöpfung” gerade Normalität.

Wo ist dann der Ausgangszustand dieser Person?

Je stärker die Belastung und eventuell schon damit verbundene Folgen sind, desto wichtiger ist es, im ersten Schritt ein Gleichgewicht herzustellen.

Allein auch deshalb, weil unter Druck und Stressbelastung die Reflexion der eigenen Verhaltensweisen schwer möglich ist. Die Person benötigt erst einmal Kraftreserven, um den Zugang zu den eigenen Ressourcen wieder zu ermöglich.

Im nächsten Schritt, so hat es sich gezeigt, ist es dann sinnvoll das Resilienztraining anzugehen. So kann vermieden werden, dass zukünftige Belastungen Folgen für die eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit haben. Resilienzteraining ist gewissermaßen Prävention.

 

Resilienz – falsch verstandener Hype?!

Resilienz ist ein wichtiges Thema und ich stehe absolut dahinter, aber es darf weder falsch verstanden noch missbraucht werden. Dieser Hype suggeriert, dass mal eben durch 2, 3 Tage Resilienztraining alles möglich wird. Resilienztraining ist keine Wunderpille. 

Resilienztrainings dienen nicht dazu den Einzelnen noch leistungsfähiger zu machen, damit er noch mehr schaffen und das Tempo stetig erhöhen kann. Sie werden nicht zum Superhelden oder zur Superheldin und tragen Ihr imaginäres Schutzschild, dass Sie immun macht gegen Stress, Herausforderungen oder Krisen. Das was Sie lernen ist, mit diesen Ereignissen „besser“ umzugehen.

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