Beziehungen Im Business Olaf Schwantes

Wie beeinflusst deine Beziehung dein Business (und umgekehrt)?

Du bist Solopreneur oder Unternehmer und lebst in einer Paar-Beziehung? Es läuft nicht immer rund, entweder es gibt gerade Probleme in der Firma oder zu Hause? Oder noch schlimmer, in beiden Bereichen?

Okay, lass uns reden und rechtzeitig einen Ansatz finden, damit du nicht bald entweder einen Unternehmensberater oder Paartherapeuten benötigst. Oder beides …

Seit 2010 habe ich meine Praxis als Beziehungs-Coach und Paartherapeut aufgebaut und weiß, was es heißt, den Spagat zwischen erfolgreichem Aufbau eines Solounternehmens und einer glücklichen sowie erfüllenden Paarbeziehung zu meistern. Seit 2013 lebe ich ausschließlich von meiner Praxis sowie meinen Seminaren und kenne somit das Gefühl der Dauerakquise ziemlich gut. Das kann schlauchend sein. Und dann noch Kraft, Zeit und Energie für die eigene Partnerschaft aufbringen? Wo doch schon die Zeit für mich alleine fehlt? Und du denkst vielleicht:

„Na, der Partner ist ja schon verständnisvoll und sieht, das ich das für uns mache.“

Dass dies ein großer Irrglaube ist, weißt du. Warum es uns dennoch so schwer fällt, den Spagat zwischen Beruf und Beziehung zu meistern, genau darüber schreibe ich heute.

Privatleben und Arbeit trennen – ist das unmöglich?

Wenn du diese Überschrift in deine Suchmaschine eingibst, werden über 108.000 Treffer angezeigt. Bei den meisten geht es darum, wie sehr ich auch privat mit meinen Kollegen oder Mitarbeitern umgehe. Aber eben nicht nur. Das zeigt eine weitere Suche nach „wirklich Feierabend machen“: Ungefähr 450.000 Treffer! Somit scheint dieses Thema für ziemlich viele Menschen relevant und zugleich problematisch zu sein.

Und das wir das mit in die Paarbeziehung nehmen, ist dann wenig verwunderlich.

Warum fällt es uns so schwer?

Gerade als Unternehmer haben wir viele Freiheiten aber auch eine hohe Verantwortung. Nicht nur, wenn du Mitarbeiter beschäftigst. Du möchtest deinen Kunden eine wirklich hervorragende Dienstleistung oder ein TOP-Produkt liefern. Für deine Mitarbeiter ein guter und fairer Arbeitgeber sein, der seine Mitarbeiter aber auch zu guten Leistungen motiviert und diese dann auch zurecht einfordert.

Auf der anderen Seite möchtest du ein guter Partner, eine gute Partnerin sein, die treusorgende Mutter oder der treusorgende Vater, solltest du Kinder haben. Der genügend Zeit und Muße für die Paarbeziehung hat. Sich dort fallen lassen kann.

Doch wie du wahrscheinlich selbst weißt, ist es nicht (immer) so einfach abzuschalten. Also die Herausforderungen, Probleme oder Schwierigkeiten aus deiner Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen. Genauso wenig, wie es dir immer gelingen kann, dass du die Probleme aus deiner Partnerschaft während deiner Arbeit komplett ausblenden kannst und trotzdem hoch motiviert und effektiv deine Leistung erbringst.

Das von uns zu verlangen wäre unmenschlich. Wir sind keine Maschinen, die einfach nur einen Schalter umlegen müssen, auch wenn das vielleicht einige Zeit klappen kann – aber die Frage ist: Zu welchem Preis und mit welchem Ergebnis? Es hängen in beiden Fällen Emotionen daran. Diese benötigen einen Kanal. Und dies im besten Fall nicht, indem du entweder deinen Partner oder deine Mitarbeiter anschreist.

Jederzeit erreichbar und arbeiten von zu Hause

Die moderne Technik bietet uns extrem viele Möglichkeiten, die wir uns vor 25 Jahren (dem Geburtstermin des World Wide Web) noch überhaupt nicht vorstellen konnten. Gerade die letzten Jahre mit der Weiterentwicklung von Tablet und Smartphone sind faszinierend. Ich jedenfalls möchte vieles davon nicht mehr missen.

Auf der anderen Seite sind wir keine Digital Natives, d.h. wir sind mit diesen Möglichkeiten nicht aufgewachsen, was uns schnell überfordern kann. Da wir den Umgang nicht von klein auf gelernt haben und uns somit das Gefühl für ein ausgewogenes Maß fehlt. Wen hat nicht schon einmal die Mailflut erschlagen?

So arbeiten immer mehr Menschen auch an Abenden oder Wochenenden von zu Hause aus. Auf der anderen Seite ermöglicht gerade das Home Office, dass du viele Dinge eben auch von zu Hause erledigen kannst, ohne in deiner Firma sein zu müssen.

Dafür braucht es natürlich ganz anderer (Zeit)Strukturen, als die meisten von uns gewohnt sind. Schnell sprechen wir hier von fehlender Disziplin, was aus meiner Erfahrung aber tatsächlich eher ein strukturelles Problem ist.

Wenn du einen guten und bewussten Weg für dich findest, überwiegen die Vorteile eines Home-Offices.

Ist es immer nur schlecht?

Nein, natürlich nicht. Es gibt meist eher ein sowohl als auch. Wenn du es für dich schaffst, eine gute Struktur gerade auch im Home-Office zu finden, dann hast du viel mehr Möglichkeiten auch Zeiten für deine Paarbeziehung einzuplanen, die du sonst gar nicht hättest.

Auch kannst du viel stärker deinen Biorhythmus bei deiner Arbeitsweise berücksichtigen.

Ich glaube, dass mit den heutigen technischen Möglichkeiten und dem, was alles noch kommen wird, eine strikte Trennung von Privatleben und deiner Firma nur schwerlich möglich ist. Wenn in deiner Elterngeneration auch schon Unternehmer vorhanden waren, weißt du, dass dies selbst ohne den ganzen technischen Schnick Schnack auch früher nahezu unmöglich war.

Wenn du klare Regeln und Strukturen für dich geschaffen hast, kann am Ende sowohl deine Partnerschaft als auch deine Firma davon profitieren. Und damit natürlich du selbst ebenfalls – das sollte dein Hauptfokus sein.

Kennst du deine jeweiligen Ziele, Wünsche & Bedürfnisse?

Wahrscheinlich denkst du dir jetzt „Ist doch klar, dass so ein Beziehungstyp genau mit diesem Thema kommt!“.

Es ist wie bei einem Navigationssystem, wo du zunächst auch dein Ziel eingeben musst, damit du dort ankommst, wo du ankommen willst. Ansonsten bist du in deinem Leben getrieben und vieles ist ein Zufallsprodukt.

Was heißt das nun konkret?

Du solltest dir sowohl deiner privaten als auch beruflichen Ziele, Wünsche und Bedürfnisse klar sein. Natürlich verändern sich diese mit der Zeit, genauso, wie du dich und dein Partner sich weiterentwickelt. Also braucht es hier eine Regelmäßigkeit, am besten einmal jährlich.

Oder lebst du heute das Leben, dass du dir als Kind erträumt hast?

Es fehlen klare Rituale und Übergänge

Es geht um kleine bewusste Dinge, die dir den Wechsel vom Privatleben zum Beruf und umgekehrt erleichtern. Doch das haben wir nicht gelernt. Vielmehr kennen wir alle solche netten Glaubenssätze wie „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“.

Der lange Zeit hippe Begriff Work-Life-Balance wird ebenfalls immer mehr in Frage gestellt, nicht zuletzt durch die Generation Y. Denn die Übergänge sind fließend. Wenn wir diese wieder ein Stück weit bewusster gestalten, erhöht dies die Chance, dass unsere Lebenszufriedenheit wieder steigt. Oder uns zumindest bewusster ist.

Feierabend wieder feiern

Das fehlt meist. Vor ein paar Jahren habe ich eine Freundin in London besucht, die dort für ein Jahr gearbeitet hat. Was mich dort beeindruckt hat, war die Kultur des Pub-Besuchs. Nein, nicht so, wie du vielleicht verstehen magst. Sondern als Abschluss des Arbeitstages. Und das muss nicht der Pub sein 😉

Bewusste Übergänge fehlen

Was tust du, damit du den Arbeitsalltag wirklich hinter dir lässt? Und mit deiner ganzen Aufmerksamkeit bei deinem Partner bist? Tust du dir selbst erst einmal etwas Gutes oder hetzt du gleich nach Hause?

Und was tust du, damit du dich ganz auf deine wichtigsten Aufgaben in deiner Firma heute konzentrierst?

Wenn du dir Biografien von erfolgreichen und glücklichen Menschen durchliest, wirst du feststellen, dass die meisten bewusste Morgen- und Abendrituale in ihrem Alltag etabliert haben. Das kann aber auch z.B. der gemeinsame Kaffee mit deinem Partner sein, wenn du nach Hause kommst. Ganz bewusst genossen für einen ersten Austausch über den Tag.

Übergänge und Rituale sind kein Garant, doch haben sie im Gegensatz zu Medikamenten eher selten bis nie negative Nebenwirkungen.

Verständnis des Partners fehlt

  • Dein Partner ist angestellt, verbeamtet oder betreut die Kinder zu Hause?
  • Und du arbeitest 12 bis 18 Stunden?
  • Und er oder sie kann es nicht (mehr) nachvollziehen?

Aktuell begleite ich ein Paar, wo er als Gastronom tatsächlich diese Stundenzahl jeden Tag arbeitet. So bleibt fast nur noch Zeit, um genügend Schlaf zu bekommen.

Wenn dann dein Partner sich gerne auch Zeit mit dir wünscht, wird es schnell mal eng. Vielleicht kennst du die folgenden Aussagen:

  • „Du bist mit deiner Firma verheiratet!“
  • „Ich komme erst an zweiter Stelle!“
  • „Immer bleibt der ganze Haushalt an mir hängen!“

Das macht es natürlich schwierig, da du schnell das Gefühl bekommen könntest, dass du es deinem Partner sowieso nicht recht machen kannst. Und zudem selbst auf der Strecke bleibst.

Das führt zu Frust und im schlimmsten Fall zu Resignation.

Es gibt keine Faustformeln – die eigene Balance finden

Selbst wenn es eine Faustformel geben würde: Würde diese wirklich zu dir passen? Mit allem was ich zuvor geschrieben habe, möchte ich dich in kein starres Schema pressen.

Mir geht es darum, dich zu ermutigen, deinen ganz eigenen Weg zu finden und bewusst zu gehen.

Der für dich und deinen Partner passt, ohne dabei entweder die Firma oder deine Beziehung zu riskieren. Denn du hast dich ja damals ganz bewusst für beides entschieden.

Umsetzung und erste Schritte

Nun habe ich dir in einem kleinen Rundumschlag ganz viele Aspekte gezeigt, wie sich deine Beziehung und dein Beruf gegenseitig beeinflussen. Und dir viele Fragen gestellt.

Bist du zufrieden, so wie alles ist? Oder hast du für dich erkannt, dass es nun wirklich an der Zeit ist, etwas verändern? Keine weiteren Lippenbekenntnisse, sondern ernsthafte Schritte?

Dann ist es zunächst wichtig, dass du weißt, welche Veränderungen du dir konkret wünschst (was, wie, wann – je konkreter umso besser). Denk an das Navigationsgerät. Erst mit deinen klaren Zielen kannst du dir einen Plan erstellen, der sich dann wiederum in für dich gehbare Etappen einteilen lässt. Beziehe deinen Partner mit ein, so habt ihr erstens etwas was euch verbindet und wisst zweitens ziemlich schnell, ob ihr gemeinsame Ziele habt (oder eben nicht). Anderenfalls ist die Gefahr groß, dass du das Gefühl hast, dass der Berg vor dir zu groß ist. Und genau dieser Zustand lähmt und verhindert Veränderung(en).

Du weißt gerade nicht, wo du beginnen sollst bzw. willst? Und wünschst dir Inspirationen? Dann habe ich ein kleines Geschenk für dich. Lade dir mein eBook 30 Minuten und du weißt, wie du den Spagat zwischen Erfolg im Beruf und deiner glücklicher Beziehung meisterst herunter. Dies ist ein erster Schritt, da ich dir darin ganz konkrete Tipps zum Umsetzen gebe.

Zum Abschluss habe ich noch diese Fragen an dich:

  • Wie geht es dir mit diesem Thema?
  • Was hilft dir bzw. hat dir geholfen?
  • Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Ich freue mich, wenn du dies hier im Kommentar mit mir teilen magst.

Alles Liebe

Olaf Schwantes

Olaf Schwantes Business

 

 

Als Beziehungs-Coach und Paartherapeut begleitet Olaf Schwantes Paare, die den Spagat zwischen Erfolg im Beruf sowie ihrer starken und selbstbestimmten Beziehung meistern wollen. Dabei geht es ihm vor allem um den Transfer in den Alltag, der auch mit Leichtigkeit und Humor geschehen kann. Kostenlose Beziehungstipps gibt es regelmäßig in seinem Blog und auf seiner Facebook-Seite.

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