Betriebliches Eingliederungsmanagement: Pflicht oder Kür?

Wissen Sie welche Kosten Sie monatlich durch Langzeiterkrankte haben?
Je nach Branche investieren Sie durchschnittlich 400,00 €/ Tag und ca. 8000,00 €/ Monat für einen Mitarbeiter mit Langzeiterkrankung.

Nach § 84 (2) SBG IX ist seit Mai 2004 jeder Arbeitgeber zur Ein- und Durchführung eines Betrieblichen Eingliederungs-Management gesetzlich verpflichtet. Dies gilt gleichermaßen für Arbeitnehmern mit und ohne Behinderung. 

ACHTUNG! Ist ein Mitarbeiter innerhalb von 12 Monaten länger als 6 Wochen ununterbrochen oder wiederholt, krankgeschrieben, sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet Lösungen zu entwickeln. Dazu zählt, dass Sie unterstützen, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden und einer erneuten Arbeitsunfähigkeit präventiv entgegenzuwirken. Ein erster Schritt ist das Eingliederungsgespräch mit dem betroffenen Mitarbeiter.

Weitere Gründe Betriebliches Eingliederungsmanagement einzuführen

  • Sie reduzieren Ausfallzeiten
  • Sie senken die Kosten von Entgeltfortzahlungen
  • Durch die schnellere Rückkehr erkrankter Mitarbeiter bleiben Ihre Arbeitsabläufe stabil
  • Die Vertretungskosten und der Mehraufwand durch ausgefallene Mitarbeiter vermindern sich

Erfolg des Betriebliches Eingliederungsmanagement

Die Erfolgsquote der Betriebe, die BEM seit Jahren systematisch betreiben, beträgt 90-95%, d.h. betroffene Beschäftigte arbeiten dauerhaft i.d.R. bis zur Altersrente.
(Quelle: Verband deutscher Betriebs-und Werksärzte e.V. Wiedereingliederung- ein Leifaden für Betriebsärzte und Personalverantwortliche)

Die Umsetzung des Betriebliches Eingliederungsmanagement

Die Umsetzung in die betriebliche Praxis ist gesetzlich nicht festgeschrieben. Dennoch lassen sich gewisse Standards ableiten, die Sie flexibel anpassen können.

Ein solides und nachhaltiges Eingliederungsmanagement beinhaltet:

  • ein Frühwarnsystem
  • arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
  • (freiwillige) Rückkehrgespräche mit dem/ der betroffenen Mitarbeiter/-in

In einem konkreten Eingliederungsfall ist es zusätzlich notwendig die Arbeitnehmer- bzw. der Schwerbehindertenvertretung einzubinden sowie externe Kooperationspartner, wie Rehabilitationsträgern, Krankenkassen, Integrationsfachdiesnte zu aktivieren und gemeinsam individuelle Umsetzungsschritte festzulegen.

Aus unserer Erfahrung empfehlen wir Ihnen folgende Module für die erfolgreiche Umsetzung in Ihrem Unternehmen:

  1. Sensibilisierung der Führungskräfte: Informationsveranstaltung  und Tagestraining
  2. Ernennung und Qualifizierung der Eingliederungsberater:  Auftaktworkshop für den BEM-Kreis
  3. Entwicklung/ Ausbau der Kompetenzen des BEM-Kreises in den Bereichen: konstruktive Gesprächsführung, Sozialkompetenz, Teamkompetenz

Schulungsmaßnahmen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement fallen unter den Abs. 6 des §37 BetrVG bzw. des § 46 BPErsVG.

Quelle Artikelbild: pixabay.com

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