Warum Resilienztraining keine Wunderpille ist

Stress, Stress und noch mal Stress. Immer wieder taucht es auf, dieses unliebsame Wort.
Zeitdruck, Terminenge, Belastung, Probleme, Krisen – diese Worte ergänzen das Portfolio, um einen zähen und kraftkostenden Alltag.

Zeitmanagement schafft Abhilfe; Schluss mit Zeitdruck und Terminenge. Dank Pareto, Eisenhower und Alpen-Methode. Alles effektive Techniken, wenn Sie diese richtig anwenden. Das Konzept funktioniert scheinbar nicht mehr.

Darauf folgten Stressmanagement und Stressbewältigung.  Stress zu verstehen ist notwendig, um Zusammenhänge zu erkennen und sein eigenes Verhalten im Stress nachzuvollziehen. Dann ist es möglich auf der richtigen Ebene anzusetzen und sich vor Überlastung zu schützen. Hier teilen sich die Gemüter: Die einen sind fleißig dabei dem Stress den Kampf anzusagen und die anderen können diese Worte nicht mehr hören. Gerade für die letztere Gruppe kommt ein anderes Konzept gelegen.

Jetzt wird das Thema Resilienz gepuscht. Resilienztraining ist die neue Wunderpille. 

Höher, schneller, weiter. Immer wieder aufstehen und an Krisen wachsen. Das klingt doch gerade zu grandios.

Ist es das?

Sie haben sich noch nicht tiefer mit Resilienz beschäftigt?
Dann hier ein kurzer Einblick:
Studien haben gezeigt, dass Resilienz, auch innere Widerstandskraft oder innere Stärke genannt, es möglich macht, trotz Krise stark zu bleiben und diese unbeschadet zu überstehen.

Ein Resilienztraining zielt darauf ab, die Persönlichkeit so zu entwicklen, dass Sie mit Stress und Belastungen effektiv umgehen können. In einem Resilienztraining lernen Sie bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften zu entwicklen, die sogenannten Resilienzfaktoren. 

Die eigene Persönlichkeit zu entwickeln ist und bleibt ein Prozess.

Ganz gleich, ob es darum geht sein Zeitmanagement zu optimieren, Stressbewältigung zu trainieren oder die persönliche Resilienz zu stärken.

Radfahren lernen Sie nicht einem Tag.

Die schnelle Lösung auf Knopfdruck  – wäre das nicht toll? Klar wäre es das!

Wer quält sich schon gern mit anstrengenden Themen herum? Lieben wir es nicht alle, wenn ein Problem so einfach wie möglich beiseite geräumt werden kann?

Wie war es als Sie Rad fahren wollten?

Die anderen Kinder fuhren freudig auf dem Hof herum, konnten das Gelände erkunden und hatten so viel Spaß daran. Sie standen daneben mit dem Dreirad, dem Roller oder mussten hinterherlaufen. Die Kinder auf dem Rad waren aber viel schneller.

Und nun steht es da das neue Rad – Wow!

Erinnern Sie sich noch an die Freude? Endlich mitradeln zu können, war zum Greifen nah?

Und nun rauf auf das Rad und los geht es.

Vielleicht ging es Ihnen wie mir. Ungeduldig ließ ich die Prozedur über mich ergehen, dass der Lenker und Sattel eingestellt werden mussten. Die Eltern und Großeltern standen ganz aufgeregt dabei. Jeder hatte Tipps und Ratschläge parat, wie es am besten klappt:

  • beide Hände an den Lenker
  • nach vorne gucken
  • gerade sitzen
  • beide Füße auf den Pedalen lassen
  • auf Steine und Äste achten usw.

Doch was war dann?
Die ersten Stürze waren vorprogrammiert. Dieses Rad hat einfach nicht das gemacht was ich wollte. Dabei sah es bei den anderen so leicht aus.

War das Rad kaputt?

Am Anfang jeder Übungsstrecke war jemand da, der zur Sicherheit die Hand am Sattel hatte und ein Stück mitlief. Doch immer wieder kippte das Rad zur Seite. Das Knie war aufgeschürft, Tränen wurden getrocknet und es ging wieder rauf auf’s Rad. Nach jedem Sturz gab es eine neue Erklärung. Die Tipps hörten sich einfach auf.

Waren die Tipps nicht gut genug?

Besser wurde es nicht; nicht sofort. Irgendwann war die gerade Strecke kein Problem. Dann kamen Kurven. Das war noch einmal frustrierend. Aber dann klappte das Radfahren immer besser, bis ich mit den anderen das Gelände erkunden konnte. 

Fallen, aufstehen, überlegen, wieder rauf auf’s Rad. 

Das Gleichgewicht auch über Stock und Stein halten zu können, braucht Zeit und Willen Rad fahren zu wollen.

  • Was sind Ihre Steine und Äste auf dem Weg? 
  • Wo liegen diese und wie groß bzw. dick sind sie? 
  • Wie gut sitzen Sie im Sattel?

Sich selbst zu hinterfragen, was verursacht Zeitdruck , welche Faktoren lösen bei Ihnen Stress aus und an welchem Punkt Sie Ihre Resilienz weiterentwickeln können, das braucht Zeit und den Willen sich damit zu beschäftigen.

Oft erlebe ich, dass Teilnehmer in ein Resilienztraining, mit der Erwartung kommen, dass Sie danach für alle Herausforderungen gewappnet sind.  Schnell ein paar Informationen aufgenommen und dann klappt es auch mit Stress und Belastungen.

Zeitmanagement funktionierte nicht, Stressbewältigung nur mäßig, also soll Resilienztraining die Lösung liefern.

Resilienztraining ist nicht Stressbewältigung gleichzusetzen. Der Umgang mit Stress ein Teilbereich.

Nehmen wir einmal an, Sie sind bereits stressbedingt vorbelastet und erschöpft. Wie ich in dem Artikel Resilienz – Was steckt wirklich dahinter?  beschrieben habe, bedeutet Resilienz zurückspringen und abprallen.

Bei einer hohen Stressbelastung ist es ratsam, dass Sie sich gezielt mit der Thematik Stress und Stressprävention beschäftigen. Denn wenn wohin wollen Sie „zurückspringen“? Ihr Ausgangszustand ist ja bereits vorbelastet.

Die bittere Wahrheit – Resilienztraining ist keine Wunderpille

Nach Resilienztraining sind Sie nicht resilient.

Sie bekommen Techniken, Methoden und Werkzeuge wie Sie Resilienz trainieren können. Diese sind Resilienztrainingeffektiv und nützlich, wenn Sie diese nutzen.

Sie stellen den Sattel und Lenker richtig ein und bekommen die notwendige Stütze beim Ausprobieren.

Die Zeit für das Üben nehmen Sie sich selbst. Auf gerader Strecke werden Sie schneller Erfolge spüren. Wenn es an das Kurven fahren geht, dann brauchen Sie immer wieder das Bewusstein, sich mit den Themen auseinander zu setzen. Resilienz ist keine statische Fähigkeit. Innere Stärke erfordert sich stetig mit sich und seiner Umwelt bewusst und achtsam auseinander zusetzen und zu reflektieren.

Das eigentliche Training beginnt, wenn Sie den Trainingsraum verlassen.

Wenn Sie eine schnelle Lösung suchen, dann muss ich Sie enttäuschen. Wunder gibt es immer wieder, aber diese geschehen nicht von allein.

Es gibt nicht die eine Super – Methode die auf alles passt. Kurzfristig können Sie Techniken nutzen, die Ihnen helfen abzuschalten, Ruhe zu finden oder einen Freiraum zu verschaffen. Diese Gelegenheiten schaffen Sie, um einen Ansatz zu finden.

Wenn Sie lernen Rad zu fahren, dann brauchen Sie das passende Rad für Ihre Körpergröße. Zu Beginn sind Stützräder und jemand der Sie begleitet sehr nützlich. Mit der Zeit müssen Sie das Rad wechseln, weil Sie zu groß geworden sind. Es soll auch eine andere Farbe haben. Später prüfen Sie, ob das Rad für Ihre Ansprüche und Ihr Gelände geeignet ist. Brauchen Sie ein Rennrad oder ein Mountainbike? Durchschnittsrad oder Profiklasse?

In jedem Fall steht am Anfang die Entscheidung – “Will ich Rad fahren?”

Wie denken Sie darüber?

Anke Lambrecht

Anke Lambrecht

ein geborenes Ostseekind. Mehr über mich, erfährst Du hier.
Ich bin überzeugt, dass jeder Unternehmer sein unvergleichliches Business schaffen kann. Auf dem Weg braucht es Mut und einen klaren Fokus. Deshalb unterstütze ich Unternehmer dabei jeden Tag ein Stück ihrer Vision umzusetzen und sich im Dschungel der Möglichkeiten zu orientieren.
Bleib unvergleichlich! Hier gibt es Quickietipps dazu.

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