Wie ist es wirklich? Bewerten Sie richtig?

„Es sind nicht die Dinge oder Ereignisse an sich, die uns beunruhigen, sondern die Einstellungen und Meinungen die wir von den Dingen haben. “ (Etikett, griech. Philosoph)

 

Kennen Sie das? Sie ärgern sich tierisch über etwas auf und am Ende merken Sie, dass das völlig unnötig war?

Stau ist so ein Klassiker. Ich bin viel mit dem Auto unterwegs. Die A3 hat mich schon einige Nerven gekostet.
Auf dem Weg zu einem Termin gerate ich in einen Stau.
Die ersten Minuten besteht noch die Hoffnung, dass der Stau sich augenblicklich auflöst und Sie es noch pünktlich zu Ihrem Termin schaffen. Mit jeder Minute die vergeht, drängeln und „hüpfen“ Sie vielleicht ungeduldig auf Ihrem Fahrersitz hin und her. Mit den Fingern trommeln Sie auf das Lenkrad, die Radiosender durchforsten Sie nach aktuellen Staumeldungen, Ihr Navi soll bitte umgehend eine alternative Route berechnen….Dann bringen Sie Ihre Gedanken weiter ins Schwitzen:

“ Der Termin ist so wichtig, den darf ich auf keinen Fall verpassen.“ oder
„Herr /Frau xy wird alles andere als begeistert sein, weil er oder sie warten muss. Schon gar nicht wird man Verständnis für meine Verspätung haben. – das hat Folgen“ oder
„Wenn sich dieser Termin verschiebt, dann gerät mein ganzer Tagesplan durcheinander – eine Katastrophe!“

oder … oder… oder…

Dann ist es unumgänglich: Sie werden es definitiv nicht pünktlich schaffen! Genervt und angespannt greifen Sie zu Ihrem Telefon – Sie müssen den Termin verschieben oder gar absagen. Es klingelt…Ihr Termin hebt ab, besorgt über die Reaktion des Anderen, bringen Sie Ihre Entschuldigung  heraus…Die Stimme am anderen Ende antwortet: „Gar kein Problem. Was ein Zufall, ich wollte Sie ebenfalls gerade anrufen, dass ich mich etwas verspäte. Wollen wir den Termin lediglich nach hinten verschieben oder einen ganz neuen Termin vereinbaren?“ – Erleichterung…

Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass Sie allein durch Ihre Vermutung, ja durch Ihr Gedankenkarussel, angespannt, besorgt, gestresst oder verärgert waren?

Allein durch Ihre Befürchtungen haben Sie sich schlecht gefühlt. Eingefahrene Denkweisen und Einstellungen führen oft dazu, dass wir glauben eine Sachlage muss so sein, denn es war ja „immer“ so. Viele Menschen hinterfragen eine Situation nicht. Nicht wenige Menschen glauben, dass das was sie denken Realität ist. Dem ist nicht so!

Wenn es Ihnen hin und wieder auch so geht, dann versuchen Sie das nächste Mal sich folgende Fragen zu stellen:

Ist die Situation wirklich so?
Könnte es auch anders sein?
Welchen Einfluss habe ich auf die Situation?
Was kann ich verändern? Wirklich gar nichts?

Sehr schön verdeutlicht das auch die Geschichte mit dem Hammer:

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, aber nicht den Hammer.
Der Nachbar hat einen. Also beschließt der Mann zu seinem Nachbar zu gehen, um sich diesen auszuborgen.

Doch da kommt ihm ein Zweifel. „Was wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich? Und was? Ich habe ihm nichts getan, der bildet sich da was ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, gäbe ich es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann  man einem Menschen einen so einfachen gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiftem einem das Leben. Und dann bildet der sich noch ein, ich sei auf Ihn angewiesen. Bloß weil er einem Hammer hat. jetzt reicht es mir wirklich.“

Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er guten Tag sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

(aus Paul Watzlawick, 1988, Anleitung zum Unglücklichsein)

Welche Situationen kennen Sie noch? 

Welche Strategie nutzen Sie, um sich auf andere Gedanken zu bringen?

 

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