akzeptieren lernen

Eine minimalistische Anleitung zu akzeptieren, was Du nicht ändern kannst

Du bist zum Kino verabredet. Deshalb willst Du schnell nach Hause kommen. Der kürzere Weg führt über die Autobahn. Oft staut es sich hier. Heute verlässt Du aber früher als gewohnt das Büro. Die Wahrscheinlichkeit auf Feierabendverkehr geht gegen null. Ein Restrisiko bleibt. Das gehst Du ein. Die Bahn ist frei. Dein Plan geht auf. Plötzlich das: Nur 3 Kilometer vor Deiner Ausfahrt leuchten Bremslichter vor Dir auf. Über alle drei Spuren Stillstand. Nichts geht mehr. Vollsperrung! Ein LKW hat sich quer gestellt…
Ins Kino schaffst Du es nicht mehr pünktlich. Deine Abendplanung ist dahin.

Manche Situationen sind zum Haare raufen. Ganz gleich was man tut, es geht weder vor noch zurück. Mit dem Kopf durch die Wand, wäre eine Strategie. Diese ist nur kurzfristig erfolgreich und oft nicht sozial verträglich.

Das Gefühl, die Situation nicht beeinflussen zu können, zehrt an den Nerven. Einige Menschen regen sich dann fürchterlich auf. Der Ärger kocht hoch, sie werden wütend oder werfen frustriert das Handtuch. Damit Dich Angst, Wut oder Frust, nicht blockieren und blind machen für andere Möglichkeiten, zeige ich Dir eine Möglichkeit, wie du akzeptieren lernen kannst.

Akzeptieren lernen: Es ist wie es ist

Wie reagierst Du in Situationen, die Du nicht kontrollieren kannst?

Würdest Du Dich, in unserem Beispiel, ärgern, dass Du Dich für den Weg über die Autobahn entschieden hast?

Du kannst Dich über die Vollsperrung und das verpatzte Treffen ärgern. Ebenso kannst Du Dir Vorwürfe machen, dass Du keinen anderen Weg genommen hast. Du darfst auch fluchen oder auf Deinem Lenkrad trommeln.

Doch Fakt ist: Es ist wie es ist. Die Situation ändert sich dadurch nicht.

Liegen Deine Nerven blank? 

In dem Du die Fähigkeit trainierst, Tatsachen zu akzeptieren, belasten und stressen Dich unkontrollierbare Situationen nicht. Gleichzeitig gelingt es Dir dadurch, Deine Gefühle und Deine Aufmerksamkeit so zu lenken, dass Du zielgerichtet agierst. Du machst Dich oder Deine Stimmung nicht abhängig von unvorhersehbaren Situationen und äußeren Umständen. Akzeptieren lernen heißt auch gelassen werden.

Hätte, hätte, Fahrradkette – fokussiere was jetzt ist

„Wie wäre es gelaufen, wenn ich dieses oder jenes anders gemacht hätte?“ 

– mit solchen Gedanken quälst Du Dich unnötig. Die Vergangenheit kannst Du ohnehin nicht mehr ändern.  Du triffst tagtäglich hunderte Entscheidungen. Nicht jede ist richtig. „Hätte, wenn und aber” bringt Dich nicht weiter.
Akzeptieren lernen bedeutet, Grenzen anzunehmen. Täglich stößt Du an Grenzen. Die einen tangieren Dich. Die anderen lassen Dich kalt. 

Regst Du Dich auf oder machst Dir Vorwürfe, dann verschwendest Du wertvolle Energie, die Du an anderer Stelle besser einsetzen kannst. Akzeptanz ist damit, ein wichtiger Faktor, um Probleme lösen zu können.

Das was geschehen ist, kannst Du nicht mehr ändern. Akzeptiere das und lerne daraus für die Zukunft.

Gelingt es Dir, in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben, dann kannst Du bewusst handeln. Du vermeidest vorschnelle, übereilte Reaktionen. Indem Du die  Fakten einer Situation betrachtest, bleibst Du aktiv und lässt sich nicht von Deinen Gefühlen lähmen. 

Ich weiß, dass manchmal ein kleiner Tropfen das Faß zum Überlaufen bringen kann. Ob wir ruhig bleiben oder uns aufregen, die Entscheidung fällt in einem Bruchteil einer Sekunde. Das funktioniert nicht auf Knopfdruck, sondern braucht Übung. Von einfach hat niemand gesprochen. :)

Fakt ist: Ist eine Situation nicht so wie Du es gern hättest, dann kommst Du nur weiter, wenn Du sich auf zielführende Schritte konzentrierst. 

Damit Dir das gelingt, akzeptiere was geschehen ist.

Deine Gefühle gewinnen gegen Deinen Verstand

Überschlägt sich dein Puls förmlich, dann ist es nicht einfach einen vernünftigen Gedanken zu fassen. Die Gefühle lassen sich nicht unterdrücken. Wir handeln nicht rein rational. Unsere Entscheidungen werden maßgeblich von den Gefühlen bestimmt, was der Neurowissenschaftler Antonio R. Damasio (link zum Wikipediaartikel) gezeigt hat.

Entscheidungen, die Du im Ärger gefällt hast, sind selten die besten. Heftige Gefühle können Dich “blind” für neue Möglichkeiten machen. 
Setze Dich sich mit Deinen Gefühlen auseinander. Akzeptiere, dass Du gerade verärgert, enttäuscht, wütend, traurig oder ratlos bist. Das völlig in Ordnung. Du bist keine Maschine. Erst dann, wenn Deine Gefühle abflachen, gelingt es Dir, die Situation klar zu analysieren und über eine Lösung nachzudenken.

Lerne daraus für die Zukunft

Dahinter steckt, dass Du den positiven Anteil einer Situation siehst. Es geht nicht darum, sich eine Sache schön zu reden. Alles hat zwei Seiten. Da wo Schatten ist, da ist auch Licht. 
Aus jeder kannst Du etwas Situation lernen. Am Anfang braucht dieses Denken etwas Übung. Du wirst schnell merken, dass es gar nicht so schwierig ist. 

Du fragst Dich jetzt, was an einer Vollsperrung oder einem verlorenen Auftrag positiv ist? Hier erfährst Du, wie Du positives Denken trainierst. 

Jetzt geht es an den nächsten Schritt.

Die Übung: Akzeptieren lernen

  1. Schnappe Dir zwei Zettel:
    -> Gibt es Entscheidungen, denen Du emotional noch hinterher hängst, die Du heute anders fällen würdest?
    -> In welchen Situationen regst Du Dich immer wieder auf?
    Schreibe es auf! 
  2. Lies Deine Antworten noch einmal durch und notiere Dir auf den zweiten Zettel:
    -> Rückwirkend betrachtet: Was hast Du daraus gelernt?
    -> Was hat Dir geholfen, diese Situation zu meistern?
  3. Jetzt beschließt Du, das Du das, was Du gelernt hast, für zukünftige Situationen nutzt. 
    Alles andere verbuche auf Deinem Erfahrungskonto.
  4. Um das symbolisch zu untermauern: Zerreiße den ersten Zettel oder verbrenne ihn.

Wie Du Situation analysieren kannst

Investiere Deine Energie zukünftig in die Situationen, die Du beeinflussen kannst.
Prüfe:

  • Welche konkreten Gedanken gehen Dir durch den Kopf?
  • Was möchtest Du stattdessen haben, wie soll es stattdessen sein?
  • Wie kannst Du in diesem Moment die Situation ändern?
  • Bringen Dich Frust oder Ärger gerade weiter?
  • Was würde Dir helfen, ruhig, entspannt zu bleiben?

Wenn Du keinen Einfluss auf die Situation hast, dann bleibt Du nur eins:

Hier machste nüscht – es ist wie es ist!

Zu letzt aktualisiert: Mai 2018
Quelle Titelbild: unsplash.com

Anke Lambrecht

Anke Lambrecht

ein geborenes Ostseekind. Mehr über mich, erfährst Du hier.
Ich bin überzeugt, dass jeder Unternehmer sein unvergleichliches Business schaffen kann. Auf dem Weg braucht es Mut und einen klaren Fokus. Deshalb unterstütze ich Unternehmer dabei, jeden Tag ein Stück ihrer Vision umzusetzen und sich im Dschungel der Möglichkeiten zu orientieren.
Bleib unvergleichlich! Hier gibt es Quickietipps dazu.

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