Der Kessel pfeift: Wie Du Dich vom Leistungsdruck befreist und nach Deinen Regeln spielst

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Mit dem eigenen Business steht an erster Stelle oft der Wunsch, Umsatz zu machen. Das führt schnell zu Leistungsdruck. Wenn Du nichts liefern, kannst Du nichts verkaufen. Dieser Druck vernebelt den Blick dafür, was überhaupt leistbar ist. Plötzlich entsteht eine Dynamik, durch die man die eigenen Ressourcen überschätzt und Grenzen übergeht. Wird der Druck zu groß, blockierSt Du Dich selbst und kannst nicht mehr liefern. Das ist weder gut für die eigene Gesundheit, noch zielführend für das Business.

In letzter Zeit beobachte ich bei Kunden und in Netzwerken, einige sind ständig mit Vollgas unterwegs.  Da frage ich mich, wie lange sie das Level halten können?

Damit Du nicht in einer Sackgasse landest, erfährst Du, wie Du

  1. einen Gang runter schaltest und Dich vom Leistungsdruck befreist
  2. unnötigen Ballast abwirfst, damit es sich leichter wird
  3. Dich auf das Wesentliche fokussierst

 

Unter Druck entstehen Diamanten, aber kein erfolgreiches Business!

Eine Kundin fragte mich mal “Sag mal, bist du so wie wir? Hast du auch Druck?” her je, natürlich! Leistungsdruck kenne ich nur zu gut. Allein von Anerkennung und dem guten Gefühl lassen sich weder Rechnungen begleichen oder Mitarbeiter bezahlen. Seit dem ich das Contenmarketing für mich entdeckt habe, wurde mir wieder sehr deutlich, dass ein klarer Kopf Voraussetzung ist, um gute Inhalte zu liefern. Alles unter einen Hut zu bekommen, erfordert Klarheit und eine gute Struktur. Mich treibt auch das Bedürfnis an, sichtbarer zu werden. Ohne klaren Fokus wird das nix.

Das Gefühl nicht schnell genug zu sein

Kennst Du dieses Gefühl, nicht schnell genug zu sein? Ich muss noch schneller sein, noch mehr liefern, um weiter zu kommen. Wer verkaufen will, muss erstmal von potentiellen Kunden gefunden werden. Also ran an den Speck. Abgesehen von Facebook, Twitter & co, pflege ich meinen Blog und den You Tube Kanal. Mehrere Kanäle und mehr Inhalte. Wenn Du regelmäßig Artikel schreibst oder vielleicht einen Podcast füllst, dann weißt Du genau was es heißt, für all’ diese Formate Inhalte zu liefern.

Stellt sich nicht gleich der gewünscht Erfolg ein, drehen einige richtig auf.
Dreht sich das Rad immer schneller, dann ist der Kreislauf perfekt. Plötzlich keimt das Gefühl auf, nicht mehr anhalten zu können. Aus einem ich möchte liefern, wird ein ich muss liefern. Vielleicht quält Dich auch manchmal das schlechte Gewissen “Was passiert, wenn ich nicht liefere?” Das nagt, weil Du hast ein Versprechen an Leser und Zuhörer abgegeben. Also willst Du sie nicht enttäuschen. Dabei ist es mit dem Marketing allein nicht getan. Du hast noch Dein Tagesgeschäft. Wenn Du Deine Energie schon für das Marketing verheizt hast, dann wird es schwer für Kunden 100% präsent zu sein.

Den Kreislauf verlassen

Wo steigst Du aus?
Irgendwann stellst Du Dir bewusst oder unbewusst die Frage: Wo bleibe ich?

Dir geht die Luft aus, der Akku ist leer und am Ende vergeht der Spaß, obwohl Du Dein Business liebst. Kennst Du das Szenario: Du stehst morgens auf und denkst: Ich habe mir das hier ja ausgesucht, aber ich habe keinen Bock. Ich kann gerade nicht. Ich will gerade nicht.

Oder Du hast in einer Minute hunderte Ideen und weißt in der nächsten Minute gar nicht mehr wo Du weiter machen sollst. Es ist gerade zu viel.

Damit blockierst Du Dich selbst!

Genau das ist der Punkt, an dem Du Dich auf Deinen Hosenboden setzen solltest, um Dein Treiben aus der Vogelperspektive zu beobachten.

Ich bin niemand der sagt, viele Stunden Arbeit sind kontraproduktiv. So lange es Sinn ergibt und Spaß macht, ist alles gut. Was mit immer wieder auffällt: Es fehlen die Basics!
Das wäre so, als wenn Du ganz heiß darauf bist ein Haus zu bauen, die Wände hochziehst, Fenster einsetzt und das Dach drauf setzen, doch das Fundament fehlt.

Bist Du zu schnell und treibst Dich immer weiter nach vorne, ohne dabei auf Dich zu achten, dann verlierst Du zwangsläufig den Fokus. Halte rechtzeitig an und befreien Dich sich von allem, was nicht zielführend ist.

Vom Leistungsdruck befreien und den Fokus halten

1. Weg: Lernen durch Schmerz

Dies ist eine beliebte Strategie, nach dem Motto: Immer weiter, Augen zu und durch, das wird schon funktionieren.

Kannst Du so machen, aber dann ist halt irgendwann Mist.

Kunden argumentieren sich den Mund fusselig: “Ich kann nicht Anhalten. Ich muss doch liefern, ich muss präsent sein, in ihrem Business mag das funktionieren, bei mir nicht.”

Ja, aber es tut irgendwann verdammt weh. Du kannst Deinen Körper nicht überlisten. Ich habe diese schmerzhafte Erfahrung selbst vor 13 Jahren gemacht. Damals war ich noch nicht selbstständig, wohl aber getrieben von dem Wunsch etwas zu erreichen. Ich weiß heute nicht mehr, ob ich es nicht sehen wollte. Was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass ich gar nicht verstanden habe, was da passiert.

Anhalten und Pausen einlegen, dass sehen viele als Zeitverschwendung. “In der Zeit, wo ich eine Pause mache, könnte ich ja schon andere Aufgaben erledigen.”, ich schmunzle dann, weil ich mir das selbst eingeredet habe. Fakt ist:

Ohne Energie keine Leistung.

Ob Du das nun gut findest oder nicht. Wenn der Tank Deines Autos leer ist, machst Du einen Stopp. Ganz automatisch. 

Woran merkst Du bei Dir, wann der Tank leer ist? 

  • Weil sich Fehler einschleichen,
  • Du langsamer wirst oder
  • weil Du Deine Gedanken kaum sortieren kannst?

Wählst Du diesen ersten Weg, dann kommst Du früher oder später auch dahin kommen, dass Du anhältst. Dann wirst Du ausgebremst. Plötzlich hast Du viel Zeit für Pausen und Gelegenheit Dein Tun zu hinterfragen.

Entschuldige die Dramatik. Doch ich weiß von mir selbst und von Kunden, dass man oft “zu spät” die Ausfahrt nimmt. Das möchte ich Dir ersparen. Sehen wir uns den zweiten Weg an:

2. Weg: Anhalten & ausmisten

Das ist ganz klar der Weg, der Überwindung kostet, aber es ist der langfristig erfolgreiche Weg. Ich verrate Dir jetzt, wie ich das gemacht habe und immer noch tue. Gehst Du diese Schritte durch, dann frage Dich sich:

  • Was willst Du wirklich?
  • Was fühlt sich gut an?

Es geht nicht darum die Erwartungen Anderer zu erfüllen, sondern um das, was für Dich zählt.

Die Hürde dabei ist, Dein eigener Anspruch. Der eigene Ehrgeiz steckt Dich in eine emotionale Zwangsjacke. Dem kannst Du auf  Dauer gar nicht gerecht werden und verfällst in blinden Aktionismus.

Leistungsdruck lösen

Schritt 1: Strukturiere Deinen Tag: Verfügbare Zeit vs. benötigte Zeit

Das Prinzip ist einfach: Du hast täglich 24 Stunden.

Schreibe Dir exemplarisch für eine Woche auf, welche Zeit Du für welche Routineaufgaben und -termine zur Verfügung hast. Schlafen, essen, private Zeit, Arbeit mit Kunden, Marketing oder administrative Aufgaben. Schwarz auf weiß wird schnell sichtbar, wieviel Zeit Du für Dein Business zur Verfügung hast. Dadurch erkennst Du sofort, ob Deine Planung realistisch ist. Das klingt vielleicht banal, aber hier erlebe ich oft den ersten Stolperstein bei meinen Kunden.

Gerade dann, wenn Du das Gefühl hast getrieben zu sein, der Leistungsdruck Deinen Atem stocken lässt, dann ist es das sicherste Zeichen dafür, dass Du Zeit für Dich brauchst.Unter Druck entsteht Stress. Dieser löst einen Ur-Instinkt aus. Kampf oder Flucht. Ist der Druck zu viel, dann fällt es schwer Prioritäten zu setzen. Ich weiß es ist eine Hürde, sich genau jetzt die Zeit zu nehmen. Doch diese ist wichtig. Erst wenn Du entspannter bist, hast Du den Kopf frei, um über die nächsten Schritte nachzudenken.

Schritt 2: Plane regelmäßig Pausen ein

Ein Sportler weiß, dass  Pausen dazu gehören. Der Muskel wächst erst in der Ruhephase. Pausen brauchst Du, um Deine Leistung zu halten. Sie sind keine Zeitverschwendung. Pausen sind ein wesentlicher Faktor, damit Du das, was in Deinem Kopf  ist, auch rausbringst und Deine PS auf die Straße bringst.

Nimm Deine Planung und reserviere Dir Auszeiten. Bei mir im Kalender ist z.B. die Mittagspause fest verankert. Wie Du Deine Pausen nicht vergisst, steht hier. 

 

Schritt 3: Ballast abwerfen 

Jetzt betrachte den Teil Deiner Planung, die Deinen Arbeitsalltag betrifft.
Prüfen, ob Du das Pensum mit den aktuellen Ressourcen auf Dauer leisten kannst.

  • Wie kannst Du das Pensum etwas runter regeln?
  • Für welche Aufgaben kannst Du Dir Unterstützung holen?
  • Was kannst Du weglassen?

Bisher bisher ist es nur ein Gedankenspiel, noch setzt Du nichts um.

Wenn Du Dich einmal darauf eingelassen hast, Ballast abzuwerfen, dann wirst Du merken, dass nichts Wildes passiert. Die Welt dreht sich weiter. Anstatt 1x/Woche einen Blogartikel zu schreiben oder eine Podcastfolge herauszubringen, lieferst Du alle 14 Tage.

Solche Routinen zu verändern, ist prinzipiell einfach. Meistens halten wir nur unreflektiert an einer alten Überzeugung fest.

Durch einen Todesfall in der Familie stand mein Business 2015 auf dem Kopf. Der Gedanke daran, wie ich meine Kanäle am Laufen halten und meine Kunden bedienen soll, hat mich richtig unter Druck gesetzt. Zusagen haben für mich oberste Priorität. In meinem Kopf gab es die Option nicht, Kundentermine abzusagen. Schließlich hatten diese bezahlt, also muss ich liefern. Verrückt oder?

Klar habe ich schnell gemerkt, dass es so nicht funktioniert. Also habe ich die die Bremse gezogen und mit meinen Kunden gesprochen. Mit schlechtem Gewissen stammelte ich vor mich hin. Ich wollte Alternativen präsentieren und für die Kunden eine gute Lösung liefern. So weit kam es gar nicht. Ich hatte das Wort Todesfall noch nicht ganz ausgesprochen, da überwältigte mich die verständnisvolle Reaktion der Kunden.  Heute lache ich über mich. Wie blind kann man denn sein? Mal ehrlich, hätten die Kunden anders reagiert, dann wären es wohl nicht meine Kunden.  🙂 Den Druck machen wir uns oft selbst.

Sprechenden Menschen kann geholfen werden!

Vergrabe Dich nicht in einem Gedankenkarussell. Bitte um Unterstützung oder sprich aus, wo gerade eine Grenze ist.

 

Schritt 4: Spaßfaktor klären

Nach dem Verlust habe ich mir klar gemacht: Ich muss einfach gar nichts. An meiner Pinnwand hängt ein großer Zettel mit den 3 Regeln:

1. Ich muss gar nichts!

2. Ich halte mich an Regel 1!

3. Ich erinnere mich regelmäßig an 1 und 2!

Das heißt nicht, dass Du bis Mittag schläfst. Mache Dir bewusst, dass Du die Regeln in Deinem Business bestimmst. Befreien Dich von den Aufgaben oder Angewohnheiten, die Dich einengen.

  • Welche Deiner Aufgaben kosten Dich zu viele Nerven?
  • Was tust Du nur, weil der Wettbewerb es auch tut?
  • Welche Aufgaben entsprechen nicht Deiner Kernkompetenz? Was können andere besser oder schneller als Du?  Was davon kannst Du auslagern oder delegieren?
  • Stelle Dir sich vor, bestimmte Aufgaben musst Du nicht mehr erledigen. Allein beim Gedanken daran, fällt Dir ein Stein vom Herzen. Welche Aufgaben sind das? Wie kannst Du diese reduzieren oder ganz weglassen?

Schritt 5: 9to5 Kreislaufcheck

Leistungsdruck entsteht im Kopf, Freiheit auch. Schaffe Dir einen Rahmen, in dem Du Dich wirklich wohl fühlst. Änder was nicht passt. Es ist nicht schlimm zurück zu rudern! Im Gegenteil!

Ist das Business, was Du gerade lebst, so wie Du es Dir vorgestellt hast?
Es geht nicht um das große Warum, sondern darum, wie Du Dir Deinen Alltag vorgestellt haben:

  • Sind das 14 Stunden Tage?
  • Sind das 2 freie Wochenenden im Monat?
  • Wieviel Zeit für Familie und Hobbys gehören dazu?
  • Gehören dazu 5 Wochen Urlaub im Jahr?
  • Willst Du allein Dein Business voranbringen oder mit einem Team?

Jetzt darfst Du entscheiden:

  • Was tust Du nur, weil Du damit Umsatz machst?
  • Was tust Du, weil Du daran wirklich Spaß hast und darin aufgehst?

Keine Frage, von Luft und Liebe lässt sich kein Unternehmen halten, doch ohne Spaß oder Leidenschaft geht’s auch nicht. Je mehr Du umsatzgetrieben agierest, desto größer wird der Druck. Das Geld steuert Dein Business und nicht Du. Dann bist Du nicht mehr Unternehmer, sondern dann hast Dir Dein eigenes Hamsterrad gebastelt.

Ein 9to5 Job hat klar seine Vorteile: Weniger Verantwortung, geregelte Urlaubszeiten, weniger entscheiden müssen, mehr Sicherheit usw. Das nimmt auch den Druck, wenn Sie Ihren Staus dahingehend ändern. Es ist eine Entscheidung. Nur triff diese Entscheidung!

Entscheidungen treffen

 

 

Deine Performance und Außenwirkung von Deiner inneren Haltung geprägt wird. Unter Druck wirken die meisten Menschen, verbissen, angestrengt, sind gereizt, vielleicht auch genervt und müde. Ich unterstelle Dir, dass das nicht das Bild ist, welches Du da draußen vermitteln möchtest.
Verschaffe Dir Klarheit darüber, was Dich zu viel  Zeit und Nerven kostet. Fokussiere Dich auf das, was Dich wirklich weiterbringt.

Gib Dir sich eine Testphase. Entscheide z.B. für 4-6 Wochen, das Tempo zu drosseln und kräftezehrende Aufgaben auszulagern. Beobachte was dann passiert und vor allem wie sich Dein Druckpegel verändert.

Am Business arbeiten: Schiebst Du zu viele “Ich müsste mal…” und “Wenn ich Zeit habe, dann…” Projekte vor Dir her?

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3 Gedanken zu “Der Kessel pfeift: Wie Du Dich vom Leistungsdruck befreist und nach Deinen Regeln spielst

  1. Der Artikel spricht mich sehr an. Genauso erlebe ich mich unter Druck auch immer mal wieder. Ich finde es toll, es so auf den Punkt gebracht zu lesen. Das schafft ein Bild, das ich bei Bedarf dagegensetzen kann.

    Vielen Dank für den wertvollen Beitrag.

    Liebe Grüße

    Stephanie Mertens

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